Website-Angebote vergleichen: woran Sie ein faires erkennen
Sie holen drei Angebote ein und bekommen drei völlig verschiedene Summen — ohne dass erkennbar wäre, warum. Das liegt selten an Willkür.
Das Wichtigste in Kürze
- Angebote unterscheiden sich vor allem darin, wer die Inhalte liefert — nicht in der Technik.
- Acht Posten gehören in jedes Angebot. Fehlt einer, bleibt er später an Ihnen hängen.
- Die wichtigste Frage bei monatlichen Verträgen: Wem gehört die Website danach?
01Vier Wege, die alle „Website" heißen
Eine Website ist kein Produkt mit festem Umfang. Je nachdem, wer sie anbietet, kann dasselbe Wort eine angepasste Vorlage meinen, bei der Sie alle Texte selbst liefern — oder einen Auftritt, für den jemand zwei Wochen lang Ihre Branche versteht und jedes Wort selbst schreibt. Beides ist legitim. Nur sollte im Angebot stehen, was davon Sie bekommen.
| Weg | Was Sie bekommen | Geeignet für |
|---|---|---|
| Baukasten selbst | Vorlage, die Sie selbst füllen. Texte, Bilder, Struktur und Rechtstexte übernehmen Sie. | Vereine und Nebenprojekte, wenn Zeit da ist |
| Nebenberuflich | Individuelle Umsetzung mit Texten und Einrichtung. Wenige Projekte, kurze Wege. | Betriebe bis etwa 15 Personen |
| Freiberuflich | Wie oben, dazu meist Fotografie, Strategie und laufende Betreuung. | Betriebe mit regelmäßigem Bedarf |
| Agentur | Team aus Konzept, Design und Entwicklung, feste Abläufe. | Mehrere Abteilungen, Kampagnen, Auslandsmärkte |
Beim Baukasten steht scheinbar nichts auf der Rechnung. Die eigentliche Arbeit übernehmen aber Sie. Rechnen Sie ehrlich, was Ihre eigene Zeit wert ist, und vergleichen Sie dann erneut.
02Die acht Posten, die hineingehören
Lassen Sie sich jedes Angebot aufschlüsseln. Taucht einer dieser Punkte nicht auf, fragen Sie nach, wer ihn übernimmt — sonst bleibt er später an Ihnen hängen.
Konzept & Struktur
Welche Seiten es gibt und in welcher Reihenfolge jemand sie liest.
Gestaltung
Individuell entworfen oder angepasste Vorlage. Beides ist in Ordnung — der Unterschied sollte benannt sein.
Texte
Der am häufigsten übersehene Posten. Sollen Sie selbst schreiben, verzögert das Projekte oft um Monate.
Bilder
Eigene Fotos wirken besser als gekaufte, brauchen aber einen Termin.
Umsetzung
Einschließlich Handy-Darstellung, Ladezeit und funktionierendem Formular.
Rechtstexte
Impressum und Datenschutzerklärung. Ohne sie ist die Seite angreifbar.
Einrichtung
Domain, Hosting, E-Mail-Postfächer, Google-Unternehmensprofil.
Übergabe
Eine kurze Einweisung, wie Sie Kleinigkeiten selbst ändern.
03Der Punkt, der am teuersten wird
Technisch brauchen Sie nach dem Start nur zwei Dinge: eine Domain und Webspace. Mehr ist für eine normale Unternehmensseite nicht nötig.
Sieht ein Angebot darüber hinaus einen monatlichen Betrag vor, wird darin fast immer die Erstellung über eine Laufzeit abbezahlt. Das kann sinnvoll sein, wenn Ihnen gleichmäßige Belastung wichtiger ist als die Gesamtsumme. Klären Sie dann aber drei Dinge schriftlich:
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie verlängert er sich automatisch?
- Was zahlen Sie insgesamt über die gesamte Laufzeit?
- Wem gehören Domain, Inhalte und Quelltext nach Vertragsende?
Die dritte Frage ist die wichtigste und wird am seltensten gestellt. Bei vielen dieser Modelle bleiben Domain und Inhalte beim Anbieter. Ein Wechsel bedeutet dann, von vorn anzufangen — und genau deshalb bleiben Betriebe jahrelang in Verträgen, mit denen sie unzufrieden sind.
04Fünf Warnzeichen
- Eine Pauschale ohne Aufschlüsselung. Wer nicht sagt, was enthalten ist, lässt sich Raum für Nachforderungen.
- Garantien für Google-Platzierungen. Die Reihenfolge bestimmt Google, nicht der Dienstleister. Solche Zusagen kann niemand halten.
- Laufzeit ohne Eigentumsregelung. Lassen Sie sich schriftlich geben, wem Domain, Quelltext und Zugänge gehören.
- Keine Rede von Texten. Dann sollen Sie liefern. Klären Sie das, bevor das Design steht, nicht danach.
- Auffällig schnelle Zusagen. Wer ohne ein einziges Gespräch ein Angebot schickt, hat eine Vorlage verschickt, nicht Ihren Fall verstanden.
05Fünf Fragen, die Klarheit schaffen
Stellen Sie jedem Anbieter dieselben Fragen. Die Antworten sagen mehr aus als jede Zahl im Angebot.
Zum Mitnehmen ins Gespräch
- Wer schreibt die Texte — Sie oder ich?
- Was passiert nach dem Start mit Domain und E-Mail-Postfächern?
- Was kostet es, wenn ich in einem Jahr eine Leistung ergänzen will?
- Wem gehört die Seite, wenn wir nicht mehr zusammenarbeiten?
- Wen rufe ich an, wenn etwas nicht funktioniert — und wie schnell bekomme ich Antwort?
06Wann es sich für Sie rechnet
Statt den Preis mit anderen Angeboten zu vergleichen, vergleichen Sie ihn mit Ihrem eigenen Geschäft. Überlegen Sie, was ein durchschnittlicher Auftrag bei Ihnen einbringt und wie viele zusätzliche Anfragen im Jahr realistisch wären. Trägt sich eine Website im ersten Jahr über wenige zusätzliche Aufträge, ist die Frage beantwortet — unabhängig davon, ob sie im Vergleich günstig oder teuer wirkt.
Umgekehrt gilt dasselbe: Wenn über Ihre Website realistisch keine Aufträge hereinkommen, weil Ihr Geschäft über Empfehlungen läuft, dann ist auch ein günstiges Angebot kein gutes.
07Wie ich es handhabe
Sie bekommen vor dem Start eine feste Summe genannt, und die gilt. Aufgeschlüsselt nach den Posten oben, damit Sie sehen, wofür Sie zahlen. Kommt später ein Wunsch dazu, sage ich vorher, was er kostet — nicht hinterher auf der Rechnung.
Bezahlt wird einmal statt monatlich. Danach gehören Ihnen Quelltext, Domain und sämtliche Zugänge. Was im Einzelnen enthalten ist, steht unter Leistungen; wie die Ergebnisse aussehen, unter Referenzen.
Und wenn sich eine neue Website für Sie nicht rechnet, sage ich Ihnen das im Erstgespräch.